Portrait
AdresseKantonsschule Wohlen
Allmendstrasse 26
5610 Wohlen
Schweiz
Tel: +41 56 618 49 94
Fax: +41 56 618 49 95
Email: kanti.wohlen@ag.ch
Homepage: http://www.kanti-wohlen.ch
Personen
Schulleitung: Franz Widmer (Rektor), Dr. Waldemar Feller (Prorektor), Dr. Thomas Widmer (Prorektor)
Lehrpersonen: ca. 90
Weitere Angestellte: ca. 15
Schülerschaft: ca. 550 SchülerInnen
Schultyp Staatliche Maturitätsschule der gymnasialen Oberstufe (Sek. II)Ungefähr 13% aller 16-jährigen Jugendlichen im Kanton Aargau treten in die Kantonsschule ein; die grosse Mehrheit der abgehenden Maturandinnen und Maturanden machen ein Hochschulstudium an einer Universität oder einer Eidgenössischen Technischen Hochschule.Der Unterrichtsbesuch an der Kantonsschule Wohlen, wie auch an anderen staatlichen Schulen, ist kostenlos. Die Zulassung hängt vom Bestehen der Abschlussprüfung an den Zubringerschulen ab (im Kanton Aargau sind dies die Bezirksschulen). Der zu erreichende Notendurchschnitt ist 4.7.
Schulstruktur
Vierjährige gymnasiale Ausbildung für 16- bis 20-Jährige (10. bis 13. Schuljahr).
Obligatorische Fächer
Deutsch, Französisch, Mathematik, Englisch, Geschichte, Geographie, Chemie, Physik, Wirtschaft und Recht, Musik oder Bildnerisches Gestalten, Informatik, Sport.
Wahlfächer
Latein, Angewandte Mathematik, Italienisch, Spanisch, Russisch, Hebräisch, Pädagogik/Psychologie, Philosophie, Programmieren, Astronomie, Religion, Chor, Orchester (Klassik, Jazz).Der Projektunterricht und die Maturaarbeit bieten den SchülerInnen Lernerfahrungen ausserhalb des Normalunterrichts. Die alljährlich durchgeführten Projektwochen sind erlebnisorientiert und decken unterschiedlichste Schülerinteressen ab.
StundenplanLektionen finden montags bis freitags jeweils zwischen 7.35 und 18.00 Uhr statt. Die Lektionendauer ist 45 Minuten. Das wöchentliche Stundenpensum unserer SchülerInnen beläuft sich auf zwischen 30 und 40 Lektionen und ist abhängig von der Anzahl gewählter Freifächer.
Schulausflüge und internationale Austauschprogramme
Da der Reisebedarf der meisten unserer SchülerInnen privat abgedeckt wird, bietet die Schule keine regelmässigen Schulreisen oder Exkursionen an. Als integraler Bestandteil von Schulprojekten können solche Aktivitäten jedoch durchaus stattfinden, etwa als Fieldtrips in Geographie und Biologie, als Besuche von Ausstellungen in Biologie, BiG und Sprachfächern, als Theaterbesuche in Sprachfächern sowie als Kulturwochen im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts. Klassenaustausche sind immer schon auf die Initiative von SchülerInnen und Lehrkräften hin durchgeführt worden und betrafen bis anhin Länder wie Polen, Tschechien, die Slovakei, Ungarn, Rumänien, Dänemark, Finnland, Schweden, die Ukraine, Russland und Italien. Es liegt uns viel daran, dass die Tradition der Klassenaustausche Fortbestand hat.
Sport Es gibt verschiedene Teams an unserer Schule: (Beach-)Volleyball, Basketball und Tanz. Die Teams treffen sich regelmässig und nehmen an regionalen Schulmeisterschaften teil.
Schulkultur Das Kanti-Forum, ein privatrechtlicher, sowohl die Schule als auch die ganze umliegende Region bedienender Veranstalter kultureller Anlässe zählt bis dato über 800 Mitglieder. Die Veranstaltungen reichen von Theateraufführungen, Konzerten (Klassik, Pop, Jazz), Tanz-Happenings bis hin zu Kabarett. Die SchülerInnen haben gegen ein bescheidenes jährliches Entgelt freien Eintritt zu allen Veranstaltungen.
Leitbild
Das Leitbild entstand im Jahre 1998
EntstehungsprozessIn
Zeiten des strukturellen Wandels an den Kantonsschulen im Aargau
ermöglichte die Erarbeitung eines Leitbildes das Selbstverständnis einer
Schule zu fundieren und breit abzustützen. Die bewusste Formulierung
eines gemeinsamen pädagogischen Selbstverständnisses setzt einen
komplexen Kommunikationsprozess zwischen den Handelnden in der
Institution Schule voraus. Die Grundfrage ist folgende: Wie gelangt man
dahin, dass Schülerschaft, Lehrerschaft, Schulleitung und
Aufsichtskommission allesamt "am selben Strick" ziehen? Ruft man sich
noch einmal die Leitideen des Projekts Umsetzung MAR im Kanton Aargau in
Erinnerung, so heisst der erste Satz der Leitidee Nummer 13: Jeder
gymnasiale Standort hat ein eigenes Schulprogramm. Der Kommentar zu
dieser Leitidee lautet wie folgt: "Ein Schulprogramm beschreibt die
Ziele und die Gestaltung des Schullebens und des Unterrichtsgeschehens
an einer Schule. Es umfasst das Schulleitbild, die Lehrpläne sowie
Angaben zur Schulorganisation und zur Qualitätssicherung." Die
Erarbeitung des Leitbildes an der Kantonsschule Wohlen ist in diesem
grösseren Kontext eingebettet. Der Leitbildprozess an der Kantonsschule
Wohlen umfasste mehrere Phasen, die durch eine Projektleitungsgruppe
(PLTWo) koordiniert und gesteuert wurden. Nachdem sich diese in mehrere
Schulentwicklungsinstrumente eingearbeitet hatte, widmeten sie sich drei
Fragen, die in ihrer klaren Formulierung geeignet waren, einen
Reflexionsprozess in Gang zu setzen, der nie aufhören sollte.
Grundfragen:
Welches sind die Stärken der Kantonsschule Wohlen?
Welches sind ihre Schwächen?
Welches sind mögliche Entwicklungsschwerpunkte für die Zukunft?
Diese Fragen wurden in moderierten Gruppen durch die Lehrpersonen
eingehend diskutiert, und die Resultate dieser intensiven
Auseinandersetzung wurden schriftlich in allen Details festgehalten. Der
nächste Schritt bestand darin, einen Leitbildkerntext als Basis für
weitere Diskussionen zu entwerfen. Dazu war es nötig, die Beiträge der
Gruppenarbeiten begrifflich zu strukturieren, um eine möglichst grosse
Uebersicht über die verschiedensten Bereiche zu erlangen.
Der Leitbildkerntext stellte das Resultat dar aus mehreren
Arbeitsphasen, in denen die zentralen schulrelevanten Themen extrahiert
wurden. Am 13. Februar 1998 ging die gesamte Lehrerschaft unserer Schule
nach Hölstein (BL) in Klausur, um in einem zweitägigen Diskussions- und
Formulierungsprozess im Schneeballsystem vier verschiedene
Leitbildentwürfe schriftlich festzuhalten. Aufgabe einer in Hölstein
gebildeten Redaktionsgruppe war es nun, die vier Leitbildentwürfe zu
einem Vernehmlassungsentwurf zusammenzuziehen. Am 15. und 22. Juni 1998
fand die Vernehmlassung des Leitbildentwurfs statt, wobei vorausgehend
weitere schriftliche Aenderungsvorschläge seitens der Lehrer- und
Schülerschaft und der Aufsichtskommission erfolgen konnten. An den
beiden oben genannten Daten wurden Satz für Satz und Aenderungsvorschlag
für Aenderungsvorschlag sachlich diskutiert und in einem demokratischen
Abstimmungsprozedere angenommen oder verworfen. Die Schülerschaft war
dabei mit einer Stimme pro Klasse beteiligt.
Hinter den fünf Seiten des Leitbildes stehen ein Jahr Arbeit, die
Bereitschaft zur Infragestellung von Selbstverständlichem, die
Anstrengung zur präzisen, schriftlichen Formulierung von Gedanken und
die engagierte Diskussion mit Kolleginnen und Kollegen, Schülerschaft
und Schulleitung. Was die Erfahrung an anderen Schulen gezeigt hat,
bestätigte sich auch an unserer Schule: Der Leitbildtext an sich
verweist vor allem auch auf einen Erarbeitungsprozess, bei dem sich die
Beteiligten zusammenfanden, um aktiv und verantwortungsvoll das Profil
und die Zukunft der Kantonsschule Wohlen zu gestalten.
Selbstverständlich wissen wir nur zu gut, dass ein Leitbild auch
umgesetzt werden muss und eine permanente Evaluation der einzelnen Ideen
stattzufinden hat. Entwicklungsschwerpunkte sind vom Kollegium denn
auch gewählt worden und müssen weiterhin gewhält werden, damit die
Zukunft unserer Schule gemeinsam und konstruktiv, im Sinne eines
ständigen Reflexionsprozesses, angegangen werden kann. Der
Leitbildprozess hat mitgeholfen, dass sich die Kantonsschule Wohlen in
ihrer pädagogischen Grundausrichtung eine solide Basis für die weitere
Schulentwicklung hat schaffen können.
Leitbild"Wir" bedeutet im folgenden alle an
der Schule beteiligten Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer,
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Aufsichtskommissionsmitglieder. Es
geht aus dem Zusammenhang hervor, dass nicht alle bei allen Aussagen
gleich betroffen sind.
Leitgedanken
Unsere Schule ist ein Bildungszentrum für das Freiamt und die
angrenzenden Gebiete. Sie hat das zentrale Anliegen, den Schülerinnen
und Schülern primär den Zugang zu allen Studiengängen der Hochschulen,
aber auch zu anderen weiterführenden Ausbildungsgängen zu ermöglichen.
Zu einer lebendigen Schule gehören für uns neben der Vermittlung von
Allgemeinbildung und fundiertem Fachwissen die Förderung der
Urteilskraft sowie die Entwicklung der emotionalen und sozialen Seite
der Schülerinnen- und Schülerpersönlichkeit. Wir fördern das Verständnis
für und das Interesse an Veränderungen in Umwelt und Gesellschaft sowie
die Bereitschaft, an Entscheidungsprozessen aktiv teilzunehmen. Wir
tragen dazu bei, dass sich alle an der Schule Beteiligten wohl fühlen.
Wir stehen ein für einen partnerschaftlichen Umgang miteinander, der von
gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägt ist. Wir respektieren alle
Gesprächspartner und diskutieren Meinungsverschiedenheiten sachlich und
offen. Gefällte Beschlüsse sind für uns verbindlich. Wir bemühen uns,
ökologisch verantwortbar zu handeln.
Erziehungs- und Bildungsinhalte
Fach-, Sozial- und Selbstkompetenz Die Vermittlung von fundiertem
Fachwissen besitzt für uns einen hohen Stellenwert. Wir fördern die
kognitiven, sozialen, musischen und sportlichen Fähigkeiten. Ebenso
wichtig wie die Vermittlung von Fachwissen ist die kritische
Auseinanderset-zung mit dem Erlernten, die Meinungsbildung und
Stellungnahme. Mit vielfältigen Unterrichtsformen werden sowohl das
Denken in komplexen Zusammenhängen, die Fähigkeit zum Lösen von
Problemen sowie Kreativität und soziales Verhalten gefördert. Damit
werden die Schülerinnen und Schüler befähigt, zu eigenen,
differenzierten Urteilen zu gelangen. Die Schülerinnen und Schüler
lernen einerseits selbständiges, exaktes Arbeiten und entwickeln
persönliche Arbeitstechniken, andererseits werden sie befähigt, im Team
zu arbeiten. Wir sind offen und interessiert gegenüber Neuem. Neugierde
und Freude am Lernen sollen gefördert werden. Gefühl und Intuition
werden, wenn sinnvoll, in der Auseinandersetzung mit Sachproblemen im
Unterricht Platz eingeräumt. Das Verantwortungsbewusstsein der
Schülerinnen und Schüler wird gefördert. Sie übernehmen im Rahmen klarer
Zielvorstellungen Mitverantwortung bei der Gestaltung des Unterrichts,
des Schullebens und bei Fragen der Schulentwicklung. Interessierte und
begabte Schülerinnen und Schüler sollen speziell unterstützt werden. Wir
setzen uns zum Ziel, ein reichhaltiges Freifächerangebot anzubieten und
dadurch verschiedenste Interessen zu wecken und spezielle Begabungen zu
fördern. Die Lehrerinnen und Lehrer einer Klasse versuchen nach
Absprache mit den Schülerinnen und Schülern ihren Unterricht sinnvoll zu
koordinieren. Die Schule unterstützt ein breites Kulturangebot. Die
Teilnahme an kulturellen Veran-staltungen und Exkursionen ist ein
zusätzlicher Bestandteil des Unterrichts.
Selektion
Wir betrachten die Selektion als eine wichtige Aufgabe. Lehrerinnen und
Lehrer messen und beurteilen Leistung anhand anspruchsvoller Kriterien,
die ihrerseits auf verschiedenen Ebenen innerhalb des Kollegiums
besprochen werden. Die Anforderungen werden gegenüber den Schülerinnen
und Schülern offengelegt. Von ihnen werden in Noten messbare Leistungen
erwartet.
Schulorganisation
Personalpolitik und Planung Die Schulleitung legt die Grundsätze ihrer
Personalpolitik offen. Die Fachschaften werden angehört. Die Schüler und
Schülerinnen werden in geeigneter Form berücksichtigt. Fachliche,
didaktische und pädagogische Kompetenz sind die wichtigsten
Anstellungskriterien. Die Schulleitung achtet insbesondere auch durch
Schaffung von Voll- und Teilzeitstellen auf gute Anstellungsbedingungen.
Die Schulleitung plant zukunftsgerichtet, indem sie mögliche
Entwicklungen abschätzt und entsprechende Massnahmen trifft.
Fachschaften
Die Fachschaften sind untereinander gleichberechtigte Institutionen mit
geregelten Kompetenzen, Verantwortlichkeiten und Aufgaben. Sie nehmen an
unserer Schule eine wichtige Stellung ein. Bei Entscheidungsfindungen,
die sie betreffen, werden sie von der Schulleitung in geeigneter Form
miteinbezogen.
Mitsprache der Schülerschaft
Es ist erwünscht, dass die Schülerschaft ihre Mitwirkungsrechte
wahrnimmt und sich eine repräsentative Organisation gibt. Die
Schülerinnen- und Schülerorganisation (SO) nimmt an unserer Schule eine
wichtige Stellung ein und wird in geeigneter Weise in die
Entscheidungsfindung der Schulleitung miteinbezogen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen ein optimales Umfeld
für einen reibungslosen Ablauf des Unterrichts und des Schulbetriebs.
Reglemente
Reglemente sind für uns verbindlich und dienen der Umsetzung der
gemeinsam erarbeiteten Ziele. Gemeinsam erstellte Reglemente überprüfen
wir regelmässig.
Qualitätsmanagement
Öffentlichkeit: Die Kantonsschule Wohlen ist im Freiamt und den
angrenzenden Gebieten verankert. Wir pflegen durch spezielle Anlässe den
Kontakt zu den Eltern und zur Öffentlichkeit und wir fühlen uns
verantwortlich für das Ansehen unserer Schule. Unsere Schule pflegt
vielfältige Beziehungen mit anderen Schulen und Institutionen. Das
Kantiforum ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal unserer Schule.
Arbeitsethik: Eine hohe Leistungsbereitschaft
wird bei Lehrer- und Schülerschaft vorausgesetzt. Beide engagieren sich
für eine zielgerichtete, strukturierte und interessante Gestaltung des
Unterrichts und arbeiten an der Entwicklung unserer Schule mit.
Schülerinnen und Schüler sind bereit, sich mit den vermittelten
Bildungsinhalten auseinanderzusetzen, aktiv und regelmässig am
Unterricht teilzunehmen und intellektuelle Neugier und Freude am Lernen
zu entwickeln. Bei Problemen versuchen wir, den Schülerinnen und
Schülern zu helfen und weisen sie auf die Beratungsangebote und
Möglichkeiten der Studienorientierung hin.
Fortbildung: Wir räumen einer kontinuierlichen
Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung einen hohen Stellenwert ein und
aktualisieren ständig unser Wissen.
Qualitätssicherung: Wir passen unsere
Organisations- und Kommunikationsstruktur den Bedürfnissen der
Schulgemeinschaft an. Die Qualität des Unterrichts ist ein zentrales
Anliegen unserer Schule. Sie wird regelmässig überprüft unter Mitwirkung
der Aufsichtskommission, der Fachschaften, der Schulleitung sowie der
Schülerinnen und Schüler. Wir setzen uns zum Ziel, die einzelnen Punkte
dieses Leitbildes zu realisieren. Dazu sind Möglichkeiten und Weisungen
zur Umsetzung des Leitbildes zu erarbeiten. Wir wollen unsere
Wertvorstellungen, Ziele und Normen regelmässig diskutieren und
überprüfen und gegebenenfalls das Leitbild entsprechend modifizieren.